Das Geschenk der Jahreszeiten

Das Jahr und seine verschiedenen Zeiten. Einige finden sie überflüssig, anderen sind sie egal und dann gibt es die, die sich darüber freuen. Der Frühling mit seiner unglaublichen Kraft des Neubeginns. Der Sommer mit seiner Wärme und Fülle an Farben. Der goldene Herbst mit seinen Bäumen, die Konfetti schmeißen. Der Winter mit klarer Luft, Kristallzauber und knirschendem Schnee. Und natürlich gibt es auch Trostlosigkeit, Regen und mitunter viel Nebel. Alles hat seine ganz eigene Schönheit, wenn wir sie denn sehen wollen. Und wir alle können von den verschiedenen Jahreszeiten lernen.

Schauen wir uns den Wechsel und Wandel an, wird uns bewusst, dass die Natur einem Muster folgt, das immer wiederkehrt. Energien, die immer wieder ähnlich sind. Manchmal vergessen wir, dass wir dem gleichen Kreislauf entspringen. Nicht von der Natur getrennt sind. Haben wir das erkannt und können uns auf die verschiedenen Qualitäten einlassen, werden wir mehr im Einklang mit uns selbst und der Natur leben. Uns nicht sinnlos hetzen, stressen und glauben wir könnten jeden Tag gleich funktionieren.

Wir Frauen sind noch etwas intensiver mit diesem Kreislauf verbunden und spüren ihn sehr deutlich. Da ist es nicht nur der Kreislauf durch das Jahr. Sondern ein Kreislauf, der jeden Monat entsteht und vergeht. Und nicht zu vergessen der Mond, mit dessen Zyklen wir schwingen. Mal im vollen Lichte, mal in der Dunkelheit. Wollen wir danach leben, dürfen wir unseren Blick in die Natur, den Nachthimmel und immer wieder in unser Innerstes richten. Unsere Bedürfnisse wahrnehmen und der inneren Stimme bedingungslos folgen. Denn wir wissen, was wir brauchen, auch wenn uns der Verstand permanent etwas anderes einredet und die Gesellschaft von uns verlangt.

 
Im Taumel der Energien

Noch etwas schlaftrunken und in einem ganz wohligen Gefühl strecke ich meine Fühler aus dem Schneckenhaus des Winters hervor. Spüre eine sanfte Brise, die mich umspielt und eine innere Kraft, die nach draußen zieht. Neugierde und Lebendigkeit. Eine Energie mit jeder Menge Antriebskraft. Ehe ich mich versehe, rennt sie mit mir los. In alle Richtungen. Hauptsache raus, raus, raus und was erleben.

Der Übergang in den Frühling, das Neue. Hier ist alles ganz frisch, zart und verletzlich.
War da gerade noch die Tiefe und Geborgenheit des Winters. Ein Erkennen, eine Klarheit und Entschlossenheit. Und plötzlich scheint alles wie weggewaschen. Wie vergessen. Ein leeres weißes Blatt, das gestaltet und mit Leben gefüllt werden möchte.

„Motiviert. Voller Tatendrang. Mich ins Leben schmeißen wollen.
Mit Menschen sein. Gleichzeitg wissen, ich brauche noch meine Zeit.“ (Tag 4)

Ich möchte raus aus meinem Schneckenhaus. Gleichzeitig ist mir alles zu viel. Es ist die Herausforderung des Frühlings, sich nicht selbst zu verlieren und kopflos loszurennen. So wunderbar diese Kraft ist, so schnell verpufft sie, erschöpft sie, wenn wir sie nicht zielgerichtet einsetzen. Uns fokussieren. Wie die kleinen Knospen in der Natur. Innerlich zur Ruhe komme und dann weise eine Entscheidung treffen, wo wir eigentlich hinrennen möchten. Was wir zum Blühen bringen möchten. Wie wir hier geduldig einen langen Atem bewahren können.

 
Lebenskraft & Lebensfreude
Von Tag zu Tag wärmt die Sonne mehr. Ein Aufblühen und Aufblättern. Sonne im Herzen und ein Lächeln im Gesicht. Ein Fest für alle Sinne. Das Leben schmecken und in all seiner Intensität erleben wollen. Motivation die trägt und beflügelt. Eine wahnsinnige Sehnsucht nach Verrücktheit pocht in mir. Neige zu Übermut und Mutausbrüchen. Und immer schwingt eine Angst mit, das Leben zu verpassen, nicht jede Minute wirklich auszukosten.

„Meine Aura, meine Anziehung scheint gerade magisch zu sein.
Ich fühle mich so lebendig, so leuchtend.“ (Tag 14)

Der Höhepunkt des Sommers. Saftiges Grün in allen Nuancen, strahlend blauer Himmel und eine Farbpracht an Blütenmeer. Farben bewegen im Inneren. Berühren uns, lassen unser Herz weit öffnen und in Austausch und Kommunikation gehen. Ich möchte feiern, als gäb es keinen Morgen mehr. Alle Sicherungen knallen in mir durch. Ich spüre eine unglaubliche Energie in mir und um mich herum. Das Leben ist schön, jeder Augenblick scheint perfekt.

 
Dankbarkeit & Loslassen
Dieses unglaublich berauschende Gefühl von Sommer kann ich weder lange halten noch festhalten. Ich spüre, dass die Energie schwindet, sich wandelt. Dankbarkeit und Loslassen liegt in der Luft. Eine Zerrissenheit zwischen Aufmerksamkeit im Außen und dem Wunsch nach Rückzug. Ich will keine Termine machen. Einfach mit dem Fließen, was ist. Zeit mit mir alleine, so viel es geht.

„Ich fühle mich wie ein Glühwürmchen. Fix und alle. Ich wünschte, ich wäre krank. Ich halte es kaum aus, dass ich nicht funktioniere. Null Kraft. Schlapp. Den Tränen nahe.“ (Tag 24)

Mitten drin im Herbst geht nichts mehr. Alles strengt an, mein Körper ist erschöpft. Mentale Energie läuft dafür auf Hochtouren. Radikale Ehrlichkeit und ungeschminkte Wahrheit kriechen empor. Beiße mich an Aufgaben fest und kann mich kaum vom Schreibtisch lösen. Der Drang nach Aufräumen und Abschließen nimmt jeden Tag zu. Bereit sein fürs Loslassen. Währenddessen erwacht etwas in mir zum Leben. Vorahnungen, Visionen und eine weise Stimme. Ein unglaubliches Geschenk. Von Verbundenheit.

 
Tiefe & Regeneration
Es öffnet sich eine mystische Dunkelheit. Faszinierend und abschreckend zugleich. Tiefer und tiefer tauchen. Eintauchen. Abtauchen. Einfach nur lauschen. Mein Ruhebedürfnis wird riesig. Ich habe keinen Bock auf die Welt. Alle können mich mal. Ich möchte unerreichbar sein. Die Natur zieht mich magisch an und zieht mich nach Innen. Möchte den Wind auf meiner Haut spüren. Einfach nur daliegen. Sein. Mit der Erde verschmelzen. Eins werden mit der Natur.

„Schlaflose Nacht. Der Mond, der mich in seinen Bann zieht. Fühle mich beim Anblick geborgen & behütet. Eine innere Gewissheit. Energie, die nach unten zieht und gleichzeitig so zu mir selbst.“ (Tag 1)

 

Wenn alle Anspannung sich löst, kehrt Ruhe ein. Zeit des großen Loslassens. Aufatmen. Ein unglaubliches Gefühl von Leichtigkeit breitet sich in mir aus. Momente der Aufgabe und Hingabe. Nichts tun. Können. Mit dem Prozess gehen. Sich stark und schwach zugleich fühlen. Stark im Inneren, schwach für das Außen. Oft schwer auszuhalten. Und doch so wichtig in diesem Kreislauf. Ausruhen, zur Ruhe kommen, neue Kraft sammeln. Denn der nächste Frühling steht schon vor der Tür…
 
 
Jede Jahreszeit bringt seine Geschenke mit sich und lädt gleichzeitig zur Vorsicht ein. Wie alles im Leben, braucht es eine Balance. Eine Zentriertheit im Innen, aus der wir agieren und nicht reagieren. Vielleicht erkennst du dich in der ein oder anderen Beschreibung selbst wieder. Nimmst die Jahreszeiten im Innen und Außen ähnlich war. Kannst die Muster erkennen, die sich wiederholen. Zyklen, die immer und immer wiederkehren. Jeden Tag. Jeden Monat. Jedes Jahr.

Um mehr im Einklang mit der Natur und deiner eigenen Natur zu sein, kann es helfen dich viel im Grünen aufzuhalten, zu beobachten, wahrzunehmen. Was siehst du im Außen, was spürst du im Innen? Ein Journal führen, in deinen weiblichen Zyklus und deine eigenen inneren Jahreszeiten eintauchen. Wie ist deine Stimmung? Was nimmst du körperlich wahr? Wovon hast du geträumt? Welche Mondphase ist gerade?

Ich wünsche dir dabei viel Freude, Staunen und Erkennen.

Alles Liebe,
Sabrina
 
 
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